Die Baulandinitiative Rheinland-Pfalz

Ein Teil der Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz steht seit einigen Jahren zunehmend vor der Herausforderung, einen stetig wachsenden Bedarf an Wohnraum, insbesondere auch im bezahlbaren Preissegment, decken zu können. Die für den Zubau von erforderlichem Wohnraum benötigten Flächen sind rar; sie unterliegen wachsenden Nutzungskonkurrenzen und können nur unter Beachtung bestehender Anforderungen an eine ressourcenschonende Bodennutzung und eine klimagerechte Siedlungspolitik entwickelt werden.
Neben der verstärkten Ausnutzung vorhandener Flächenpotenziale im Sinne einer doppelten Innenentwicklung kann auch eine maßvolle Ergänzung bestehender Siedlungsflächen einen richtigen Handlungsansatz darstellen. Im Idealfall basieren derartige Flächenentwicklungen auf interkommunal und regional abgestimmten Strategien und führen damit zu einer bedarfsgerechten nachhaltigen Siedlungsentwicklung.
Im Rahmen des Bündnisses Bezahlbares Wohnen und Bauen Rheinland-Pfalz rief das Ministerium der Finanzen landesweit Gemeinden dazu auf, ihr Teilnahmeinteresse an der Förderinitiative "GUT WOHNEN IN DER REGION!" zu bekunden. Ziel der Förderinitiative war es, Pilotgemeinden bei konkreten Entwicklungsvorhaben zu unterstützen und dabei dem Ziel einer qualitätvollen Stadt-, Orts- und Quartiersentwicklung unter Beachtung des Vorrangs der Innen- vor einer Außenentwicklung gerecht zu werden.
Für die ersten beiden Phasen der Baulandinitiative wurden die vier Gemeinden Bad Kreuznach, Frankenthal, Oppenheim und Wörth als Pilotgemeinden ausgewählt und bei der Grundlagenentwicklung für die Einzelprojekte vor Ort unterstützt. In Frankenthal, Oppenheim und Wörth wurde anschließend in der dritten Phase die Umsetzung der Stadtentwicklungs- und Wohnungsbauprojekte gefördert.
Den gesamten Ablauf der Initiative können Sie hier einsehen.
Im Ergebnis hat die Baulandinitiative Rheinland-Pfalz gezeigt, dass auch unter komplexen Rahmenbedingungen zusätzliche Wohnbaupotenziale mobilisiert und qualitätsvolle Entwicklungsprojekte angestoßen werden können. In den Pilotkommunen konnten städtebauliche Konzepte weiterentwickelt, konkrete Planungsstände erreicht und damit wesentliche Grundlagen für die Entstehung neuer Wohnquartiere geschaffen werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Aktivierung von Bauland ein langfristiger und anspruchsvoller Prozess ist, der eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie weiteren Akteuren erfordert. Besonders die Verknüpfung von Flächenentwicklung mit dem geförderten Wohnungsbau hat sich dabei als wichtiger Ansatz zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums erwiesen. Die Baulandinitiative hat somit nicht nur konkrete Projekte vorangebracht, sondern auch wichtige Erkenntnisse und Impulse für die zukünftige Siedlungsentwicklung in Rheinland-Pfalz geliefert.