Projektgebiet "Kette-Saar"

Bearbeitungsgegenstand in der Pilotgemeinde Oppenheim war das Projektgebiet „Kette-Saar“. Aufgrund des engen Zuschnitts des Gemeindegebiets und der naturräumlichen Begrenzungen zwischen Rhein und Weinbergen kann zusätzlicher Wohnraum in Oppenheim faktisch nur im Innenbereich und auf wenigen geeigneten Flächen geschaffen werden. Das rund 14,6 Hektar große innerstädtische Gewerbegebiet „Kette-Saar“ bietet hierfür das mit Abstand größte Wohnbaupotenzial der Stadt.

Das Gebiet ist bereits vereinzelt durch Wohnnutzungen geprägt und soll schrittweise zu einem gemischt genutzten Quartier weiterentwickelt werden. Besondere Herausforderungen ergeben sich aus der bestehenden gewerblichen Nutzung, der kleinteiligen Eigentümerstruktur, der Lage an der Bahnstrecke und der damit verbundenen Lärmbelastung. Entsprechend kam dem Dialog mit den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern sowie der Abstimmung unterschiedlicher Entwicklungsabsichten eine zentrale Bedeutung zu.

In den ersten beiden Projektphasen wurde parallel auch die städtebauliche Neuordnung einer weiteren, ca. 0,3 Hektar großen Fläche in der historischen Vorstadt untersucht. Für diese Fläche wurde ein Potenzial von ca. 40 neuen Wohneinheiten herausgearbeitet. Die weitere Umsetzung dieses Teilpotenzials wurde außerhalb der Baulandinitiative weiterverfolgt.

Projektverlauf und Meilensteine

August/September 2021

Interessenbekundung und Aufnahme der Stadt Oppenheim in die Baulandinitiative

November 2021

Bereisung der Pilotgemeinde und Besichtigung der Pilotgebiete "Kette-Saar" und "historische Vorstadt"

Ende 2021 bis Ende 2022

Grundlagenuntersuchung und Erarbeitung eines Bebauungs- und Umsetzungskonzepts für das Projektgebiet

November 2022

Zustimmung des Stadtrates zur weiteren Projektumsetzung für das Gebiet "Kette-Saar", sowie Beschluss einer 20%-Quote geförderten Wohnungsbaus bei Planvorhaben

Dezember 2022

Abschluss der ersten beiden Projektphasen, Abschluss einer gemeinsamen Fördervereinbarung und Erteilung eines Zuwendungsbescheides für die Umsetzungsphase

Januar 2023

Start der Umsetzungsphase

2024

Dialogprozess mit den Grundstückseigentümern

2025

Erarbeitung einer städtebaulichen Rahmenplanung sowie Ausschreibung von Planungsleistung und Start der Bauleitplanung

Jahresende 2025

Abschluss der Baulandinitiative Rheinland-Pfalz

Ergebnisse und Ausblick

Im Rahmen der Baulandinitiative wurden die Grundlagen für die weitere Entwicklung des Gebiets „Kette-Saar“ geschaffen. Auf Basis umfassender Analysen zu den Rahmenbedingungen des Wohnungsmarkts sowie zur städtebaulichen, eigentumsrechtlichen und fachlichen Ausgangssituation wurde ein mögliches Entwicklungskonzept erarbeitet. Dieses sieht im Gebiet „Kette-Saar“ insgesamt bis zu 300 zusätzliche Wohnungen vor.

Ein wichtiger wohnungspolitischer Baustein war der Beschluss einer Quotenregelung für geförderten Wohnungsbau. Danach sollen mindestens 20 Prozent der insgesamt neu entstehenden Mietwohnfläche im Planungsgebiet als sozial geförderter Mietwohnraum entwickelt werden. Damit wurde das Ziel der Baulandinitiative, Flächenentwicklung und bezahlbaren Wohnraum miteinander zu verbinden, konkret im Projekt verankert.

In der Umsetzungsphase wurden die konzeptionellen Grundlagen weiter vertieft. Hierzu zählten insbesondere der Dialog mit den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern, die Erarbeitung einer städtebaulichen Rahmenplanung, die Ausschreibung von Planungsleistungen sowie der Start der Bauleitplanung. Zugleich zeigte sich, dass die Entwicklung des Gebiets aufgrund veränderter Entwicklungsabsichten einzelner Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer immer wieder eine Anpassung des weiteren Vorgehens erforderte.

Mit dem Abschluss der Baulandinitiative Ende 2025 lagen damit wesentliche strategische und planerische Grundlagen für die weitere Entwicklung des Gebiets vor. Als nächster Schritt ist beabsichtigt, die Aufnahme des Gebiets in die Städtebauförderung zu beantragen, um die anstehenden Umsetzungsmaßnahmen weiter zu unterstützen. Ziel bleibt es, das Gebiet „Kette-Saar“ schrittweise zu einem gemischt genutzten Quartier mit zusätzlichem Wohnraum und einem gesicherten Anteil geförderten Wohnraums weiterzuentwickeln.